Potenzial im Tourismus noch besser nutzen!

Das Emmental kennt man in der Schweiz, ja das Emmental kennt man auf der ganzen Welt! Und doch ist unsere einmalig attraktive Landschaft kein Touristen-Hotspot, wie es andere in der Schweiz gibt. Das ist insofern ein Vorteil, dass das  Emmental weitgehend frei ist von monströsen Hotelbunkern oder geschädigt  von Touristenmassen. Auf der anderen Seite könnte die Emmentaler Wirtschaft weit mehr von Tourismus profitieren, als das heute der Fall ist. Nicht nur Hotels und Restaurants würden von mehr Touristen profitieren, sondern auch deren Zulieferer. Landwirtschaft und Ausflugsziele könnten Arbeitsplätze und Wertschöpfung für das Emmental schaffen. Der Fokus muss dabei klar auf dem sanften Tourismus liegen und nicht bei asiatischen Grossgruppen, wie sie Interlaken oder Luzern teilweise heimsuchen. Wie kann also dieser Bereich im Emmental gestärkt werden?

An Leuchttürmen anknüpfen

Vom Kemmeriboden-Bad über Langnau nach Burgdorf und Landshut, gibt es im Emmental verschiedenste starke und gut positionierte Institutionen, die im Tourismus und Event-Bereich gut etabliert sind. Es gilt diese etablierten Institutionen weiter stark zu positionieren und in deren Fahrwasser weitere Angebote zu generieren, welche ein längeres Verweilen im Emmental attraktiv machen. Dabei ist der Fokus auf Klasse statt Masse zu richten. Kanton und Gemeinden müssen dabei vor allem im Bereich der baulichen Entwicklungen Rahmenbedingungen schaffen, die eine unternehmerische Entwicklung ermöglichen.

Neue Angebote kreieren und Marken positionieren

Der «hügu himu» ist ein gutes Beispiel, wie sich das Emmental mit neuen Angeboten positionieren kann. Der Erfolg und der Präsenz des Emmentals als Radwanderparadies der Schweiz, die im 2021 erreicht werden konnte, ist gewaltig. Davon profitiert haben die zahlreiche Leistungserbringer entlang der Strecken und auch solche abseits davon. Die Zahl der Übernachtungen konnte auch dank dem «hügu himu» deutlichgesteigert werden, im Vergleich zu 2019. Grundlage für solche Projekte ist immer eine Idee, initiative Menschen und Partner, die eine Entwicklung ermöglichen. Die Region hat hier mit dieser Investition eine wesentliche Rolle gespielt. Zentral war aber auch die unternehmerische Partnerschaft mit den verschiedenen Unternehmen der Erlebnismacher AG, welche es ermöglicht hat, Synergien zu nutzen. Die öffentliche Hand soll auch hier nicht dominanter Akteur sein, sondern mithelfen Projekte anzuschieben. Es gilt auch zu beachten, nicht marktverzerrend zu agieren.

Entwicklung ermöglichen

Die Hotelübernachtungen im Emmental sind deutlich angestiegen, aber auch alternative Übernachtungsmöglichkeiten wie Schlafen im Stroh, B&Bs oder Stellplätze für Wohnmobile haben Potenzial. Leider sind interessierte Akteure immer wieder mit Problemen in der Planung konfrontiert. Paradebeispiel sind Stellplätze für Wohnmobile. Weiterhin ist ungeklärt, was genau erlaubt ist und unter welchen Bedingungen diese realisiert werden können. Seit  Jahren wird das Problem weitergeschoben, anstatt es zu lösen. In der Zwischenzeit sind immer mehr Grundeigentümer mit illegalem Campieren konfrontiert. Dasselbe gilt bei der Umnutzung von bestehendem Raum, eben z.B. B&B. Hier ist vor allem der Kanton gefordert, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, um Entwicklungen zu ermöglichen, anstatt sie zu verhindern.

Probleme ansprechen und lösen

Entwicklungen und Veränderungen bringen immer auch Probleme mit sich. Im 2021 hat sich das zum Beispiel mit Nutzungskonflikten zwischen Randwanderern und der Landwirtschaft gezeigt. Aber auch in anderen Bereichen können mehr fremde Gäste Probleme verursachen. Diese Probleme gilt es ernst zu nehmen und gemeinsam zu lösen. Es kann nicht sein, dass Einige von Entwicklungen profitieren, während andere darunter leiden. Hier steht die Regionalkonferenz als Akteur in der Verantwortung, die richtigen Leute an den Tisch zu bringen, um offen und direkt Probleme anzusprechen und nach Lösungen zu suchen.

Fördermittel sehr gezielt einsetzen

Mittel der öffentlichen Hand sind insbesondere für den Start von Projekten von grosser Bedeutung. Es gilt aber, diese Gelder gezielt einzusetzen, um eine bestmögliche Wirkung zu erzielen. Es soll darauf geachtet werden, dass Mittel nicht langfristig gebunden werden, sondern dazu dienen unternehmerische Aktivität anzuschieben. In diesem Bereich ist die Region gefordert, ihre Strategie entsprechend auszurichten. Auch auf Ebene Kanton besteht Handlungsbedarf. Das heutige Fördermodell mit den Destinationen bringt insbesondere für das Emmental wenig Nutzen. Auch hier besteht Handlungsbedarf.

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