Digitalisierung braucht eine gute Infrastruktur

Digitalisierung birgt viel Potenzial für das Emmental

Die Digitalisierung und in Zuge dessen der Trend hin zu mehr Homeoffice, hat sich durch die Pandemie nochmals beschleunigt. Diese Entwicklung bietet für Regionen wie das Emmental grosses Potenzial.

Arbeitsmarktkriterien wie der Arbeitsweg verlieren durch den Trend zu Homeoffice an Bedeutung. Muss der Arbeitsweg künftig nicht mehr täglich in Kauf genommen werden, darf dieser etwas länger sein. Kriterien wie ein attraktiver Standort für die Freizeitgestaltung oder die Nähe zur Natur werden dadurch grössere Bedeutung bei der Wahl des Wohnortes haben. Auch der mit dem Homeoffice steigende Platzbedarf spricht für das Emmental. Denn hier ist eine grössere Wohnung oder gar ein Haus noch finanzierbar, im Vergleich zur Agglomeration.

Auch gestandene Emmentaler Unternehmen sind auf leistungsfähige Datennetzwerke angewiesen, um sich weiterentwickeln zu können. Es kann nicht sein, dass digitale Pläne per USB Stick verschickt werden müssen, weil das Netz nicht genügend Kapazität hat.

Start-ups im Bereich der digitalen Transformation oder verschiedensten Dienstleistungen, müssen nicht zwingend in den Zentren entstehen, sondern können durchaus auch im Emmental ihr Potenzial entfalten. Dadurch können attraktive Arbeitsplätze geschaffen- und ein aktiver Beitrag zur Abwanderung von Talenten geleistet werden.

Um dieses Potential für das Emmental zu nutzen, muss aber eine digitale Infrastruktur bereitgestellt werden, die den heutigen Ansprüchen gerecht wird.

Glasfasernetz jetzt ausbauen

Der Kern einer digitalen Infrastruktur ist ein leistungsstarker Netzzugang. Es ist daher unabdingbar, dass der Ausbau der Glasfasernetze im Emmental mit Hochdruck vorangebracht wird. Die Zunahme der zu übermittelnden Daten hat eine solche Geschwindigkeit angenommen, dass keine Zeit verschwendet werden darf.

Hier stehen vor allem die Gemeinden in der Verantwortung. Ob mit dem eigenen Netzbetreiber oder mit einem Partner, sollten die Gemeinden hier eine aktive Rolle einnehmen. Es geht dabei nicht darum selbst zu investieren, aber die Entwicklung voranzubringen. Jede Gemeinde muss ich auch gut überlegen, ob sie den Netzausbau einer einzelnen Firma überlässt, oder wie stark sie ein offenes Netz anbieten will und kann. Die aktuellen WEKO Verfahren und Bundesgerichtsentscheide im Zusammenhang mit der Swisscom, werden in diesem Kontext von Bedeutung sein.

Der Kanton oder die Region können hier vor allem als BeraterIn fungieren. Oft ist in den Gemeinden nicht genügend technisches Knowhow vorhanden. Neutrale Beratung ist daher gefragt. Ein Erfahrungsaustausch unter den Gemeinden kann dabei sicher auch eine Hilfe sein.

Ein gutes Mobilfunknetz ist essenziell

Es gibt sie immer noch, die Funklöcher im Emmental. Was aus Sicht von Erholungssuchenden ein positives Argument sein mag, ist für Unternehmen ein absolutes No-Go. Und es ist nicht nur die Netzabdeckung, welche ein Problem darstellt, sondern auch die Netzkapazität. Ein 5G Ausbau ist auch für das Emmental ein wichtiger Schritt. Ich bin mir bewusst, dass diese Technologie umstritten ist und eine Vielzahl von GegnerInnen hat. Es ist daher selbstverständlich, dass die ordentlichen Bewilligungsprozesse eingehalten werden und auch die entsprechenden Nachweise in Bezug auf die Gesundheit erbracht werden müssen. Es kann aber nicht sein, dass der Ausbau der leistungsfähigen Mobilfunkinfrastruktur durch diffuse Ängste blockiert wird.

Alle erwarten heute schnelles Mobilnetz, jedoch will niemand die Antennen, die dafür nötig sind. Hier sind die Gemeinden einerseits als Bewilligungsbehörden gefordert, aber auch als glaubwürdige Informationslieferanten. Die Gemeinden müssen in diesem Bereich eine aktive Rolle übernehmen. Die Region oder der Kanton können die Gemeinden mit entsprechenden Angeboten unterstützen. Insbesondere auf Ebene Kanton ist eine stärkere Unterstützung auch von politischer Seite wünschenswert.

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