Die Zukunft der CH Landwirtschaft liegt im Erlös aus der Produktion

Zugegeben, in der aktuellen Preissituation bei vielen Agrarprodukten ist diese Aussage je nach Sichtweise entweder naiv, oder kühn. Ich erachte sie als realistisch bzw. als die einzig Richtige, wenn wir über die Zukunft der Berner Landwirtschaft reden. Derzeit wird viel Energie in die Diskussion um die Verteilung von Direktzahlungen investiert, was kurzfristig gesehen verständlich und richtig ist. In Anbetracht der Entwicklung der Bundesfinanzen, muss aber davon ausgegangen werden, dass diese Gelder leider nicht mehr, sondern tendenziell weniger werden.  

Wenn wir also ernsthaft eine produzierende Landwirtschaft fördern wollen, so muss es gelingen den Erlös aus der Produktion zu steigern. Es ist an der Zeit, dass wir sowohl Hirnmasse, wie auch Geld vermehrt für solche Überlegungen einsetzen, statt zu überlegen, wie wir beispielsweise die Tierbeiträge wieder einführen könnten. 

Ich sehe 3 primäre Handlungsfelder: 

  • Effizienterer Ressourceneinsatz, bzw. gleichviel produzieren mit weniger Einsatz von Arbeit, Hilfsstoffen oder Technik. Das ist gut fürs Portemonnaie, denn was nicht ausgegeben wird ist noch drin und wird in der Öffentlichkeit erst noch positiv wahrgenommen.  
  • Die Landwirtin/der Landwirt muss länger an der Wertschöpfung des Produktes teilhaben und die Vermarktung aktiver bestimmen. Ein wirksames Instrument hierzu sind Produzentengemeinschaften wie sie in der EU schon länger erfolgreich umgesetzt werden.  
  • Als dritte Möglichkeit sehe ich die Erschliessung neuer Geschäftsfelder, in denen die Inlandversorgung noch nicht am Limit oder überschritten ist. Das Potential für den Produzenten sehen wir am Beispiel der Geflügelprodukte deutlich. 

Dass die Schweizer Landwirtschaft nicht ohne Bundeszahlungen auskommen wird, ist klar, erbringt sie doch viele Leistungen im Interesse der Öffentlichkeit. Aber das ist noch lange kein Grund sich zum Sklaven dieser Gelder zu machen. Die Zukunft der produzierenden Landwirtschaft liegt im Erlös aus der Produktion und nicht in mehr Zahlungen fürs Produzieren. Investieren wir also mehr Ressourcen in diese Richtung und weniger in die Verteilung von schwindenden Geldern. Das sind echte Lösungen für eine produzierende Landwirtschaft. 

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